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500 Jahre Chüechlihus: Ein altes Haus wird neu entdeckt

2026 feiert das Regionalmuseum Chüechlihus das 500-jährige Bestehen seines historischen Hauses. Zum Jubiläum haben die Denkmalpflege und der Archäologische Dienst des Kantons Bern das Chüechlihus genauer untersucht und neue Erkenntnisse zu seiner Baugeschichte gewonnen. Eine neue Spurensuche macht die Geschichte des Hauses künftig direkt vor Ort erlebbar. Dazu kommt eine neue Signaletik aus Keramik, die Geschichte und Gegenwart verbindet. Eröffnet und eingeweiht werden die neuen Angebote am 06. September beim Chüechlihus-Sunndig, der in diesem Jahr zum grossen Geburtstagsfest wird.

500 Jahre Geschichte in den Wänden

1526 wurde das Chüechlihus am damaligen Marktplatz von Langnau errichtet. Seine besondere Bauweise und seine Lage lassen auf eine wichtige Rolle im damaligen Marktort schliessen. Wer das Haus im 16. Jahrhundert besass und wie es damals genutzt wurde, ist allerdings bis heute nicht bekannt.

Zum 500-Jahr-Jubiläum haben Fachleute der Denkmalpflege und des Archäologischen Dienstes des Kantons Bern das Gebäude genauer unter die Lupe genommen. Mithilfe von Jahrringanalysen des Holzes und Quellenrecherchen konnten sie die Baugeschichte nachvollziehen und das heutige Gebäudeensemble genauer einordnen. «Der stattliche Bau zählt zu den ältesten datierten Holzhäusern der Region. Seine räumliche Organisation und zahlreiche konstruktive Merkmale machen das Chüechlihus zu einem ganz besonderen Bauwerk», sagt Alexander Kobe von der Denkmalpflege.

Auch im Innern sind Spuren aus 500 Jahren Geschichte sichtbar. Verrusste Wände zeugen von der ehemaligen Rauchküche, Baumerkmale verraten frühere Raumaufteilungen und spätere Umbauten sind bis heute ablesbar. Das Chüechlihus war über Jahrhunderte Wohn- und Arbeitsort und beherbergte unter anderem Handwerker, Händler und eine Kaffeewirtschaft.

«Beim Chüechlihus ist nicht nur das Alter aussergewöhnlich, sondern auch, wie viel vom ursprünglichen Bau von 1526 noch erhalten ist. Sogar die Rafen zuoberst im Dach stammen noch aus dieser Zeit», so der Dendroarchäologe Matthias Bolliger. Die neuen Erkenntnisse sind in einen eigens zum Jubiläum herausgegebenen Flyer der Denkmalpflege des Kantons Bern eingeflossen.

Genau hinschauen lohnt sich

Die Spuren der Vergangenheit können in Zukunft noch einfacher entdeckt werden. Zum 500-Jahr-Jubiläum erhält das Regionalmuseum deshalb eine neue Spurensuche durchs Haus. Sie führt zu besonderen Details und erzählt Geschichten, die direkt am Gebäude zu finden sind. Von der ehemaligen Rauchküche über rätselhafte Baumerkmale bis zu den Geranien am Haus. «Die Spurensuche soll dazu einladen, das Chüechlihus einmal mit anderen Augen zu betrachten. Man muss kein Geschichtsprofi sein – man muss eigentlich nur genau hinschauen», sagt Livia Künzi, Projektleiterin.

Die Spurensuche verbindet die Dauerausstellung mit dem aktuellen Projekt «spychere!» und wird am Chüechlihus-Sunndig eröffnet. Danach bleibt sie als dauerhaftes Angebot bestehen.

Cheüchlihus-Sunndig 2026

Flyer Chüechlihus-Sunndig 2026 [pdf, 1.9 MB]